Mitglied im Verein für Selbstbestimmtes Wohnen
im Alter e.V.
www.swa-berlin.de

Kooperationspartner des Geistlichen Zentrums für Menschen mit Demenz und deren Angehörigen
www.glaube-und-demenz.de

Fördermitglied im AnbieterVerband qualitätsorientierter Gesundheits-
pflegeeinrichtungen AVG
www.avg-ev.com

Mitglied im Gerontopsychiatrischen-Geriatrischen Verbund Charlottenburg-Wilmersdorf
www.gpverbund.de

Mitglied im Geriatrisch-Gerontopsychiatrische Verbund Schöneberg
www.berlin.de/ba-tempelhof
schoeneberg/organisationseinheit/
gesundheit/gpvs_aktuelles.html

Fördermitglied der QVNIA – Qualitätsverbund Netzwerk im Alter Pankow e.V.
www.qvnia.de

 

Das Konzept "Ambulant betreute Wohngemeinschaften"

In ambulant betreuten Wohngemeinschaften leben bis zu zehn Menschen mit Demenz in einer großen gemeinschaftlichen Wohnung zusammen, wobei jeder Klient über einen eigenen Mietvertrag und ein eigenes Zimmer verfügt. Es gehört zur Grundphilosophie dieser Wohnidee, dass der Mietvertrag an keine Serviceleistungen und an keinen Pflegevertrag gebunden ist - dies gewährleistet die Wahlfreiheit und Gestaltungsfreiheit.

Die Klienten und ihre Angehörigen bestimmen selbst, von welcher Pflegestation die Versorgung übernommen werden soll. Strukturmerkmale einer ambulant betreuten Wohngemeinschaft sind also:

  • Mietvertrag
    Jede Person, die in einer Wohngemeinschaft lebt, hat Mieterstatus. Grundlage ist ein Mietvertrag nach dem BGB mit allen üblichen Rechten und Pflichten.
  • Trennung zwischen Mietvertrag und Pflegevertrag
    Vermieter und Anbieter der Pflege- und Betreuungsleistungen müssen unterschiedliche juristische Personen sein, es gibt keine Koppelung zwischen Miet- und Pflegeleistungen.
  • Wahlfreiheit bezüglich des Pflegeanbieters
    Die Mieter sowie ihre Angehörigen und Betreuer sind bei der Entscheidung darüber, wer die notwendigen Betreuungsleistungen übernehmen soll, nicht an einen bestimmten Anbieter gebunden. Sie können den Pflegeanbieter frei wählen und jederzeit auch wieder entpflichten.

Für den Klienten soll innerhalb dieser Rund-um-die-Uhr-Versorgung sowohl die individuelle Privatsphäre als auch eine kommunikative Gemeinschaft erlebbar sein. Durch die Beibehaltung des eigenen Wohnraumes können private Wohnstrukturen aufrechterhalten werden. Damit lässt sich durch die Einbeziehung von eigenen Möbelstücken und Erinnerungsgegenständen eine bewusste Milieugestaltung vornehmen, um somit die Entwurzelung des Klienten beim Einzug so gering wie möglich zu halten.

In unserer Arbeit gehen wir von einem anderen Verständnis der Demenz und des von ihr Betroffenen aus. Nicht so sehr der Demenzkranke, sondern der Mensch mit Demenz steht hier im Vordergrund (vgl. hierzu: Tom Kitwood „Demenz. Der person-zentrierte Ansatz im Umgang mit verwirrten Menschen", Bern 2000). Die Milieugestaltung wird durch Biographiearbeit und die Berücksichtigung „alter Gewohnheiten" unterstützt. Gewohnte Tagesstrukturen wie z.B. der Spaziergang, der tägliche Mittagsschlaf oder der regelmäßige Gottesdienstbesuch sollen von den Pflegekräften in der täglichen Arbeit berücksichtigt werden. Mit Hilfe der Angehörigen werden vorhandene Fähigkeiten und Fertigkeiten ermittelt, um so die aktivierende Pflege zu ermöglichen. Es gilt, gerade die verschütteten Ressourcen zu entdecken und für den Alltag in der Wohngemeinschaft verfügbar zu machen. In allen Wohngemeinschaften werden die Klienten (entsprechend ihrer Fähigkeiten, Vorlieben und Wünsche) beim täglichen Zubereiten der Mahlzeiten, der Verrichtung von Hausarbeiten und beim Einkaufen mit einbezogen. So können lebenspraktische Fertigkeiten so lange wie möglich erhalten werden.

Durch die kleinteilige Gruppenstruktur können die individuellen Bedürfnisse der einzelnen Klienten besser beobachtet und damit gezielt in die tägliche Arbeit der Pflegekräfte eingebunden werden. Für die pflegerische Versorgung ist ein fester Personalstamm eingearbeitet (Pflegesystem). Dies ermöglicht die Bildung einer Vertrauensbasis und intensivere Kommunikation mit den Klienten.

Ambulant betreute Wohngemeinschaften bieten den Angehörigen von demenziell veränderten Menschen die Möglichkeit, sich von einer überfordernden Rundum-Versorgung zu entlasten, ohne ihr Familienmitglied in einem Heim unterbringen zu müssen. Sie können sowohl frei entscheiden, ob und in welcher Form sie ihre familiären Beziehungen im Rahmen einer Wohngemeinschaft gestalten, als auch, inwieweit sie sich in den WG-Alltag einbringen und hier Aufgaben übernehmen möchten. Nähe bei gleichzeitiger (räumlicher) Distanz wird so möglich. Angehörige und gesetzliche Betreuer sind in alle Entscheidungen, die das Zusammenleben der Mieter in der WG sowie die Organisation des Alltags betreffen, aktiv einbezogen. Dies können Fragen bezüglich der Ausgaben für Neuanschaffungen sein, aber auch die Entscheidung darüber, ob der betreuende Pflegedienst gewechselt werden soll. Den Angehörigen und Betreuern stehen dadurch große Einfluss- und Gestaltungsmöglichkeiten zur Verfügung, die sie nach ihren Vorstellungen und Möglichkeiten nutzen können.
Sowohl für den gesamten Pflegedienst als auch für die Arbeit innerhalb der Wohngemeinschaften gehört es zu unseren vornehmlichen Aufgaben und Ansprüchen, die Qualität zu sichern.

Quelle: Günter Meyer

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